1. Renntag – Fazit

HavelQueen-Achter – Einstieg perfekt gelungen

Am Samstag, den 27. Mai war es endlich soweit. Der erste Renntag der neuen Ruder-Bundesliga Saison. Jetzt würde sich endlich zeigen, ob sich das harte Training im Winter gelohnt hat.

Pünktlich um 10:42 Uhr Ortszeit fand unser Time-Trial statt. Der erste Start der Saison ist immer etwas Besonderes und die Aufregung extrem hoch. Dennoch konnten wir bereits hier gegen den „Wiking Linz Achter“ alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Und somit das Time-Trail mit einem Hauch an Vorsprung gewinnen. Was dieser Sieg wert war, wurde kurze Zeit später durch die Lautsprecher bekanntgegeben. Ein sensationeller 3. Platz im Zeitfahren und damit eine super Ausgangsposition für die folgenden Rennen. Die Freude? RIESIG!

Im Achtelfinale ging es direkt gegen den 8. Zeitschnellsten, den „Mainhatten Achter“ aus Frankfurt. Dieses Rennen konnten wir deutlich gewinnen und sammelten weiter Selbstvertrauen. Nach der letzten durchwachsenen Saison sind zwei Siege zu Beginn des Renntages etwas ganz Wertvolles und Balsam für die Seele.

Im Viertelfinale hieß der Gegner „FlowWaterjet Ruhr-Achter Essen Kettwig“. In der letzten Saison konnten die Essenerinnen uns schon den ein oder anderen Sieg abnehmen. Dieses Mal wollten wir aber unbedingt unter die ersten 4. Nach einem schnellen Start konnten wir den Achter aus Essen halten und bis zum Ziel eine leichte Führung herausfahren. Erleichterung und Jubelschreie im Ziel!

Endlich hatten wir es wieder geschafft! TOP 4. Alles was nun kommt ist Zugabe.

Das Halbfinale verloren wir dann leider recht deutlich gegen den starken Achter auch Hanau, welche später die Silbermedaille holten. Unser kleines Finale um Bronze und die goldene Ananas sollten wir gegen Crefeld bestreiten.
Ein letztes Mal für diesen Tag die 350m Strecke absolvieren. Ein letztes Mal Vollgas und Angriff nach vorne. Die Ampel springt auf Grün und los geht es. Nach dem Start liegen die Crefelderinnen mit einer Viertellänge vorn aber durch den Kampfgeist geweckt, schieben wir uns immer näher heran. Zur Streckenhälfte liegen wir bereits wieder gleich auf. Knapp 150m vor dem Ziel das Unglaubliche – wir sind auf Bronzekurs.
Mit einem knappen Bugkasten vorn geht es auf die letzten 10 Schläge. Dann das Unglück – durch das kapplige Wasser schaukelt sich der Achter immer mehr auf, sodass wir einen Krebs ziehen und ein Riemen komplett parallel zum Boot im Wasser liegt und uns abstoppt. Die ersten Schläge können wir das Boot noch in Fahrt halten aber dann bleibt es kurz vor der Ziellinie fast komplett stehen und Crefeld rutscht auf der Ziellinie vorbei. Schade!

Somit geht die Bronzemedaille an den Crefelder Ruderclub und die goldene Ananas an uns.

Aber und das ist das Wichtige, es war ein hammergeiles Rennen und wir wissen, wozu wir in der Lage sind.
Letztes Jahr sind wir um die letzten 2-3 Plätze gefahren. Dieses Jahr sind wir zurück. Die ein oder anderen erstaunten Gesichter bestätigen uns, dass mit uns niemand gerechnet hat in den Top4. Vielleicht am Anfang nicht mal wir selbst. Ziel war es unter die ersten sechs zu kommen und das haben wir mehr als erfüllt.

Die Stärke unserer Mannschaft?? Teamgeist! Das wurde an diesem Wochenende wieder mehr als bestätigt. Trotz einiger Neuzugänge sind wir über den Winter extrem zusammengewachsen und haben uns weiterentwickelt. Egal ob ein verlorenes Halbfinale oder der Krebs im Finale. Der Blick geht nach vorne und das mit einem Lächeln. Wir haben in der letzten Saison sehr viel dazu gelernt und auch verlieren gehört zum Sport dazu. Wir haben in jedem Rennen alles gegeben und wurden diesmal mit einem sensationellen 4. Platz belohnt.

Zu erwähnen ist auch die super Leistung unserer Steuerfrau Lisa Hellmers.
Mit erst 14 Jahren ist sie eine der jüngsten Teilnehmer in der Ruder-Bundesliga 2017 und auf diesem so wichtigen Platz. Trotzdem macht sie den ganz großen schon Konkurrenz. Ihr erstes gesteuertes Achterrennen in ihrem Leben? Am Samstag in Frankfurt. Auf dieser so anspruchsvollen Strecke durch Strömung und Schaukelwellen, haben so manche erfahrenen Steuerleute schon ihren Kurs verloren – aber nicht unsere Lisa. Chapeau!

Wer jetzt glaubt, wir geben uns mit dem 4. Platz zufrieden, der irrt. Wir haben Blut geleckt und wollen mehr. Wir wollen Edelmetall und dass die Farben des HavelQueen-Achters auf dem Podest stehen.
Deshalb geht es am 17.Juni in Hamburg mit der zweiten Station der Ruderbundesliga direkt weiter. Und bis dahin heißt es „Es gibt nur ein Gas und das heißt Vollgas“ (Zitat Wiebke Kaufhold – Teamchefin)
Wir danken allen Sponsoren, Freunden und Familie die uns immer sehr unterstützen und an uns glauben.