Die Vienna Night Row 2017 ist schon wieder Geschichte!

Wie bei all unseren bisherigen Auslandswettkämpfen, war auch dieser wieder mit einigen Komplikationen verbunden. Durch das Gewitter von Donnerstag auf Freitag wurden am Flughafen Berlin Tegel einige Flüge gestrichen. Leider waren wir davon betroffen. Während die ersten "Queens" um 6:50 Uhr noch abfliegen konnten, traf es Wiebke, Franzi & Larissa. Nach 5h Warteschlange am Flughafenschalter konnte eine Lösung gefunden werden. So ging es für die drei nach einer weiteren 1,5 stündigen Verspätung von Berlin über Kopenhagen! weiter nach Wien. Um 22:00 Uhr Wiener Ortszeit waren dann endlich alle Queens in Wien angekommen.
Samstag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück beim Ruderclub Lia zur Bootsbesichtigung und kleiner Testfahrt. (Damit haben wir uns einen nervenaufreibenden Bootstransport gespart.)
Leider hatten wir dieses Jahr nicht so viel Glück mit unserem Leihboot, es war ein Männerachter, der eindeutig zu hoch und schwer für uns war. So war es teilweise schwierig, die Ruderblätter in das Wasser zubekommen und unseren gewohnten Rhythmus zu fahren. Dennoch wollten wir unser bestes versuchen.
Im Vorlauf mussten wir allerdings feststellen, dass die Titelverteidigung mit dem schweren Boot ein schwieriges Unterfangen werden könnte. Anders als im Vorjahr hatten alle Gegner ihre eigenen Boote dabei. So kamen wir am Start einfach nicht in Schwung und konnten unsere Stärken, wie Schlagzahl, Ruderlänge und Kraft im Wasser nicht ausspielen. Mit einem dritten Platz im Vorlauf ging es also weiter für uns gegen Lübeck und die Universität Hassel Limburg. Die Lübecker starteten mit hohem Tempo und konnten dieses Rennen deutlich gewinnen. Gut für uns aber, dass wir den Uni-Achter deutlich hinter uns lassen konnten.
Leider führten Temperaturen von 33 Grad bei einer Queen zu einem Verdacht auf Sonnenstich und damit sofortigen Ruheplatz außerhalb des Bootes, sie musste und konnte ersetzt werden, wir waren 9 Queens.
Der zweite Rennblock an diesem Tag hatte es in sich, denn innerhalb von 12min mussten wir 2x die 350m Strecke absolvieren. Die drei Boote (Lübeck, Linz und Wien), die das zweite Rennen gewonnen hatten, mussten dieses Rennen nicht fahren.
In einem sehr hart umkämpften Rennen gegen den Pirnaer Ruderclub konnten wir unsere Bugspitze als erstes über die Ziellinie bringen.

Das hieß, dass wir weiter im Geschehen blieben. Für die zwei langsamsten Achter hingegen war der Wettkampf nach diesen Rennen zu Ende. Nach dem Zieleinlauf mussten wir sofort wenden und wieder an den Start fahren - von durchschnaufen keine Spur. Also sofort wieder ran an die Startbrücke und um den Einzug ins Finale kämpfen. Der Start gelang uns etwas besser und dennoch schafften wir es nicht, das Boot wie gewohnt in Schwung zu bringen. Die erste Streckenhälfte konnten wir noch Anschluss an den Wiking Linz Achter und den Erster Wiener Ruderclub halten, mussten danach aber deutlich abreißen lassen. Das Rennen vorher und die nicht vorhandene Pause forderten ihren Tribut. Mit deutlich Abstand kamen wir als Dritte ins Ziel.
Auch wenn wir alles gegeben haben, war die Enttäuschung spürbar. Aber! Hinfallen, Krone richten weiterrudern... und wer uns kennt, der weiß, dass wir momentan einfach eine Bombenstimmung im Team haben und uns so leicht nicht unterkriegen lassen.
Durch einen "Bootsunfall" mussten wir nach den beiden Rennen aber leider den nächsten Verlust hinnehmen. Teamchefin Wiebke (Co-Schlag) hatte sich die Hand an der Bordwand arg gequetscht, so dass zwei Finger komplett geschwollen waren und dringend gekühlt werden mussten. Ein weiterfahren ohne Schmerzen - nicht möglich. Da waren es nur noch 7 ...
Ein riesen Dankeschön geht hier an den Lübecker Achter, die auch zu 9. anreisten. Ohne lange zu überlegen, durften wir uns ihre Birte ausleihen, sodass wir doch noch starten konnten. Mit komplett neuer Co-Schlagfrau und guter Laune ging es ein letztes Mal an den Startblock. Mittlerweile war es 22:25 Uhr und stockfinster. Dank der aufgestellten Scheinwerfer und Bootsbeleuchtung konnte man aber alle Achter gut sehen. Im kleinen Finale ruderten wir um Platz 4 gegen den Veslacki Klub Jarun und erneut dem Pirnaer Ruderverein.
Nach diesem durchwachsenen Tag hatten wir nichts mehr zu verlieren und so gingen wir auch aus dem Startblock, als die Ampel auf grün sprang. 350m im Dunkeln rudern, 350m Vollgas... und bäm, da waren wir wieder! Sieg im kleinen Finale, d.h. Platz 4 bei der Vienna Night Row. Zu unserer Freude konnten wir die Gegner noch einmal deutlich auf Abstand halten.
Wir senden respektvolle Glückwünsche nach Lübeck und hoffen dass die Mädels wieder gut mit dem großen Pokal! 🙂 heimgekommen sind  Und Birte stand der HavelQueen Einteiler sehr gut, sie darf jederzeit wiederkommen :*
Natürlich auch noch mal ein riesen Dankeschön für das zur Verfügung stellen des Achters an unsere Österreichichen Ruderfreunde!
Sehr gefreut haben wir uns auch, dass uns unser Sponsor Lutz Ludewig (MEV Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft) in Wien besucht hat und direkt noch 4 Österreichiche Kollegen mitgebracht hat. Die Gespräche waren sehr interessant und damit hatten wir auch einen kleinen Fanclub vor Ort!

Weiter geht es in zwei Wochen mit dem 3. Renntag in Münster..

Mannschaft für Wien: Stf. Larissa Richter, Mandy Reppner, Wiebke Kaufhold, Gudrun Lennert, Anni Eichler, Anne-Sophie Agarius, Jessika Fuhr, Miranda McLaughlan, Martina Jeansch, Franziska Haupt

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