4. Renntag – Leipzig – Fazit

HavelQueen-Achter – Leipzig bringt Überraschungen mit sich

Am Samstag fand der vierte und damit vorletzte Renntag der Ruderbundesliga in Leipzig statt. Der auf dem Elsterflutbett stattfindende Renntag stand ganz unter dem Motto „Licht aus – Spot an“.
Mit über 100.000 Besuchern an drei Tagen ist das Leipziger Wasserfest eine der attraktivsten Veranstaltungen der Region. Leipzig ist auch für uns immer wieder eine der schönsten Locations der Ruderbundesliga. Selten gibt es bei einem Renntag so viele Fans und Zuschauer. Diese Kulisse ist einzigartig und beschert Gänsehaut.
Anders als sonst konnten wir diesmal ausschlafen und um 10:30 Uhr ging es für eine kurze Einfahrrunde auf das Wasser. Pünktlich um 13.20 lagen wir am Start zum Zeitlauf. Der Zeitlauf immer mit eines der wichtigsten Rennen eines Renntages. Eine schnelle Zeit bedeutet auch ein vermeintlich leichteres Achtelfinale.

Zeitlauf HavelQueen gegen Crefeld

Im Zeitlauf trafen wir auf den Crefelder Ruderclub – wieder einmal. Nach bereits drei Rennen gegeneinander im kleinen Finale diesmal direkt im Zeitlauf. Crefeld sowie einige andere Achter haben während der Sommerpause die Chance genutzt und ihre Achter mit Nationalmannschaftsruderern aufzustocken. Das muss nicht immer positiv enden, kann es aber. In unserem Fall fuhren wir nicht unser bestes Rennen und mussten Crefeld mit einer halben Länge Vorsprung ziehen lassen.
Wir wussten das Rennen war nicht unser bestes aber es war auch nicht schlecht, dennoch verunsicherte der Vorsprung des Crefeld Achters uns ein wenig. Dann die Durchsage der Zeitfahrplatzierungen. Gehofft hatten wir wenigstens mit einem 6 oder 7 Platz. Dann ging es los Platz 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4 … und wir wurden immer noch nicht erwähnt… Platz 3 für den HavelQueen-Achter. Unbändiger Jubel und auch die ein oder andere Träne. Unser Vorhaben uns eine gute Ausgangssituation zu schaffen hatten wir erreicht.

Achtel- und Viertelfinale

Im Viertelfinale ging es wie bereits in Münster gegen den Salzkristall-Achter aus Bernburg. Eine Mannschaft. Laut Papierform waren wir die klaren Favoriten. Dennoch muss jedes Rennen neu gefahren werden. Während die Bernburger ihre Schlagfrau auswechselten, bekam bei uns Allegra Lorenz ihren ersten Ruderbundesliga- Einsatz und Anne-Sophie musste krankheitsbedingt aussetzen. Mit einem nicht ganz sauberen aber beherzten Rennen konnten wir die starken Bernburgerinnen auf Abstand halten und Allegra direkt ihr erstes Rennen gewinnen. TOP!
Im alles entscheidenden Viertelfinale ging es gegen JKU Banner Wiking Linz Achter. Vor sechs Wochen an genau diesem Punkt konnten wir die Linzerinnen deutlich besiegen und waren eine Runde weiter. Wie würde es diesmal ausgehen. Die Linzerinnen sind immer wieder für eine Überraschung gut und können bärenstarke Rennen fahren. In die Top 4 schafft es aber nur ein Boot. Die Ampeln springen auf Grün und die Damen aus Linz preschen aus dem Startblock. Mit einem leichten Rückstand für uns geht es auf das erste Drittel der Strecke, ab da können wir uns immer mehr an das Boot aus Linz schieben. Es geht auf das letzte Drittel und beide Boote gleich auf. Mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, entscheidet im Ziel das Zielfoto über den Sieg. Mit kaum etwas mehr als einer Bugnummernbreite konnten wir dieses Rennen gewinnen. Das heißt TOP 4!!
Wir hatten es wieder einmal geschafft. Der vierte Renntag und wieder unter die 4 besten Sprintachter Deutschlands in der Frauenbundesliga. Wir sind sprachlos und glücklich.

Halbfinale und Finale

Im Halbfinale trafen wir auf den aktuellen Ligachampion, den Melitta Achter Minden. Die uns jedoch deutlich machten, wer hier die Hosen im Ring anhat. Mit knapp einer Bootslänge Vorsprung gewannen sie und für uns bedeute es den Kampf um Bronze und die goldene Ananas.
Das Finale unter Fluchtlicht ist in Leipzig immer etwas Besonderes und vor allem für die Steuerleute sehr anspruchsvoll. Hier trennt sie die Spreu vom Weizen. Wer kann auch im Dunkeln den Kurs halten und somit die Chancen auf einen guten Platz vergrößern. Pünktlich um 21:30 Ortszeit lagen wir mit unseren Leuchtkronen und dem geschmückten Boot an der Startbrücke. Neben uns der FLOW-Waterjet Ruhrachter aus Essen. Ein Duell auf Augenhöhe. Bis zur Streckenhälfte konnten wir noch gut mit den Essenerinnen mithalten, doch nach hinten fehlten die nötigen Körnchen.
Am Ende ist es Platz 4 und die goldene Ananas für den HavelQueen-Achter.
Enttäuschung? Nein. Wir sind etwas wackelig in diesen Renntag gestartet aber haben genau dann die Nerven behalten als es wichtig wurde. Edelmetall wäre die Krönung gewesen aber auch die „Goldene Ananas“ ist für uns ein Sieg. Man darf nicht vergessen, dass wir im letzten Jahr die Saison mit einem sehr enttäuschenden 9. Gesamtplatz beendet hatten. Die damalige Gesamtpunktzahl war gerade so zweistellig. Wir haben den Winter hart gearbeitet um den Anschluss zu finden. Haben auf vieles verzichtet und vor allem eins hart an uns selber gearbeitet. Nicht nur Eisen gestemmt und Kilometer geschrubbt, sondern unseren Teamgeist wiedergefunden. Hätte uns vor der Saison jemand gesagt, wir würden 4x unter die Top 4 fahren, den hätten wir nur ungläubig angeschaut. Das was wir uns jetzt abholen, ist der Dank für diese harte Arbeit. Dennoch wäre auch das nicht möglich ohne Sponsoren, Familie und allen voran Trainer Thomas Schiefke, der zu jeder Zeit an uns glaubt.
Und das Beste kommt erst noch – das SAISONFINALE an der East Side Gallery in Berlin am 16.09.2017! Heimspiel!!! Berlin wird vor allem für den Gesamtsieg noch einmal spannend. Durch den Sieg der Essenerinnen im Viertelfinale gegen Hanau hat sich einiges in der Tabelle getan. Vor dem letzten Renntag steht nur eines fest – Melitta Minden wird Ligachampion. Danach ist selbst für uns von Platz 2-4 noch alles möglich!